27. Jahrestagung
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung
und Schlafmedizin (DGSM) e. V.

7.–9. November 2019 | Hamburg

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Redner Hauptsymposium und Festvortrag

Zum diesjährigen 27. DGSM-Kongress freuen wir uns auf die folgenden Sprecher:

Festvortrag Leben nach der inneren Uhr – Steigerung von Lebensqualität und Gesundheit“
Friedhart Raschke (Norderney)

Leben nach der inneren Uhr- Das wäre schön, wenn wir frei sein könnten von den beruflichen, sozialen und ökonomischen Zeitgebern, die unseren Alltag bestimmen. Unser diesjähriger Festredner Friedhart Raschke kennt sich in solchen chronobiologischen Fragestellungen gut aus, denn er hat die zugehörigen Methoden von Prof. G. Hildebrandt am Institut für Arbeitsphysiologie und Rehabilitationsforschung an der Universität Marburg von Grund auf erlernt. Hildebrandt brachte ihn von der ersten Minute eines 40jährigen Berufslebens zu Schlafmedizin und Chronobiologie. Die Marburger Spezialität war, stets das gesamte Spektrum biologischer Rhythmen vom EEG über Herzschlag, Kreislauf, Atmung und Tagesrhythmus bis hin zu jahreszeitlichen Schwankungen in Stimmung, Aktivität und Schlafverhalten zu untersuchen.

Zunächst als Dipl. Ing. für Elektrotechnik und Regelungstechnik an der TU Darmstadt ausgebildet, entdeckte er die Liebe zu Medizin und Physiologie am Institut für Arbeitswissenschaft der TU, wo er ein Computermodell zur Herzratenvariabilität sowie EEG-Untersuchungen bei psychovegetativen Streßbedingungen entwickelte. Es folgte ein Aufbaustudium in Medizin bis zum Physikum an der Uni Marburg. Als wissenschaftlicher Assistent leitete er zahlreiche Untersuchungen zu Nacht- und Schichtarbeit, Sportmedizin und Thermoregulation in Verbindung mit Fragen zum Chronotyp (Eule und Lerche) und arbeitete intensiv mit der Poliklinik (Prof. JH. Peter / Prof. P. Penzel) zusammen. Seine Dissertation mit ‘summa cum laude‘ zu Entrainment, Phasenkopplung und Modulation zwischen Herzschlag und Atmung im Nachtschlaf sowie die Habilitations-Schrift befaßten sich mit chronobiologischen Themen. Darin untersuchte er sensomotorische, lokomotorische und vegetative Trigger-, Reset- und Entrainment-Mechanismen, denen Atemrhythmus und Atmungsregulation unterliegen. Synchronisation und Kohärenz zwischen verschiedenen Rhythmen stellte er dabei als ökonomisches Prinzip heraus.

Nach der Habilitation wechselte er nach Norderney, wo er 30 Jahre lang ein Institut für Rehaforschung an der Klinik Norderney leitete und dort gemeinsam mit Prof. J. Fischer die Qualitätssicherung und Gesundheitsökonomie für die Schlafmedizin in Deutschland entwickelte und u.a. CPAP- und BiPAP-Gerätevergleiche zur Atemarbeit durchführte. Als Nordsee-Fan gilt seine große Begeisterung dem Meeresklima, sowie dem rhythmischen Spiel von Ebbe und Flut, Wellen, Wolken und Wind mit ihren Auswirkungen auf Erholungsprozesse.

Freuen Sie sich auf ein unterhaltsames, lebensnahes Impulsreferat, das aufzeigt, was dazugehört, um sich vom Zeitdiktat in Beruf, Familie und Gesellschaft zu befreien.

„Schlaf im Kontext des richtigen Lebens – die Stunde der Aktimetrie“
Till Roenneberg (München)

Till Roenneberg started to work on biological rhythms with Jürgen Aschoff at the age of 17. After studying Biology in Munich (LMU) and London (University College), he worked at Harvard. He investigates the human clock and sleep in the real world (the Human Sleep Project). He is professor emeritus at the Medical School of the LMU Munich and currently President of the World Federation of Societies for Chronobiology (WFSC), and former President of the European Society for Rhythms Research (EBRS). He has initiated and directed several large national and international research networks and received several international research prizes. He has published over 200 papers, which have been cited more than 13,000 times (accumulative IF: >900;H-Index: 57). He has written two books, “Internal Time”, Harvard University Press (2012) and The “Right to Sleep” (“Das Recht auf Schlaf”) DTV (2019).


„Schlaf und Immunsystem“
Luciana Besedovsky (Tübingen)

Dr. Luciana Besedovsky studierte Psychologie an den Universitäten Göttingen und Düsseldorf mit einem Fokus auf Biologischer Psychologie und dem Nebenfach Pharmakologie. Ihre Zeit als Doktorandin verbrachte sie am Institut für Neuroendokrinologie der Universität zu Lübeck sowie am Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo ihr im Jahr 2014 der Titel Dr. rer. nat. mit Auszeichnung verliehen wurde. Von 2017 bis 2018 forschte sie an der Harvard Medical School in Boston, USA, bevor sie wieder an die Universität Tübingen zurückkehrte. Ihre Forschung konzentriert sich auf die physiologischen Funktionen von Schlaf mit einem besonderen Fokus auf der Rolle von Schlaf für die Regulation des Immunsystems.


„Leben in biologischer Dunkelheit“
Dieter Kunz (Berlin)

Forschung   Gutachter für acht internationale Forschungseinrichtungen; Berater in nationalen und europäischen Gremien; ca 100 peer-reviewed Publikationen
Akademische Ausbildung
1988 Abschluss Medizinstudium an der FU Berlin und Approbation als Arzt
1988 bis 1990 Promotion FU Berlin
1998 Qualifikationsnachweis Somnologie (seit 2006 Zusatzbezeichnung)
1999 Facharzt für Psychiatrie
2007 Habilitation für das Fach Psychiatrie
2009 Umhabilitation und Lehrbefugnis für das Fach Physiologie
Beruflicher Werdegang
1991 bis 1992 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Neurologischen Abteilung des UKRV der FU Berlin (Prof. Dr. W. Girke)
1992 bis 1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Assistent) der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der FU Berlin (Prof. Dr. H.Helmchen)
1997 Leitender Arzt im Interdisziplinären Schlaflabor der Psychiatrischen Klinik und Poliklinik der FU Berlin (Prof. Dr. W. M. Herrmann)
seit 1998 Gründung und Leitung der Arbeitsgruppe Schlafforschung & Klinische Chronobiologie an der FU Berlin – heute Charité
1999 bis 2002 Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der MU Lübeck (Prof. Dr. F. Hohagen)
2002 bis 2007 Chefarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig Krankenhaus
seit 2002 Principle Investigator in über zehn Klinischen Prüfungen der Phasen I – IV
seit 2008 Chefarzt der Klinik für Schlaf- und Chronomedizin, St. Hedwig-Krankenhaus, Berlin
seit 2013 Geschäftsführender Gesellschafter der Intellux GmbH